SPIRITS RAPID 1999
20
Dec
    Rapid - Trenkwalder Admira

Vorerst Erster!

Das Fußballjahr 2011 ist in Österreich nun endgültig gelaufen und Rapid darf sich wieder einmal mit dem Begriff des Winterkönigs in die Weihnachtsfeiertage verabschieden.

Selten war man als Winterkönig aber so sehr auf die Leistungen der Konkurrenz angewiesen.

Dieses Jahr beenden wir nicht an der Tabellenspitze weil die Leistungen der Definition von „souverän“ entsprechen – und zwar in allen Belangen. Das Spiel gegen die Südstädter hat dies in klarer Deutlichkeit wieder gezeigt.

Wann konnte man in dieser Herbstsaison von einer voll und ganz überzeugenden Vorstellung sprechen?
Durch einen Zittersieg hat man den vorläufigen Tabellengipfel erneut erreicht. Man hat sich für das Frühjahr gerade noch die angenehmste Ausgangslage verschafft.

Davon sollte man sich aber nicht blenden lassen. Zu unsicher waren die Vorstellungen im Herbst.
Ziel sollte daher nicht sein mit biegen und brechen einen Europacup-Startplatz zu erreichen sondern die Mannschaft endlich wieder als schlagkräftige Truppe antreten zu lassen. Sicher, wenn man Erster ist sollte man sich jede Kritik zweimal überlegen, aber bei dem Gedanken an das Spiel am Samstag kommt unweigerlich wieder ein gewisser Graus hoch, so unsicher war das Heimspiel. Oberste Priorität sollte es also sein Rapid wieder eine Heimstärke zu verleihen, die schon lange verloren scheint. Bekommt man das in den Griff ergibt sich im Normalfall der Rest von selber, sonst sind wir nur vorübergehend Erster – man kann sich nicht eine ganze Saison darauf verlassen das die Konkurrenz ebenso wankelmütig auftritt wie wir!

Hoffnung – diese hingegen ist durchaus berechtigt und vorhanden. Die Spieler wissen selber auch, dass in diesem Herbst nicht alles Gold war was geglänzt hat und das sie noch einen Haufen Arbeit zu bewältigen haben um wieder ein Team zu werden das sämtlichen Stürmen trotzen kann und in der Lage ist sich selber aus eventuellen Tiefen zu ziehen. Wenn sie es schaffen diesen Weg erfolgreich zu absolvieren spricht Nichts dagegen von einem normalen Team wieder zu einer Rapid-Mannschaft zu werden.

Glück auf!

Doch nicht nur für unsere Spieler war es ein skurriler Herbst, auch die Fanszene wird diesen so schnell nicht vergessen, sowie das ganze Jahr 2011.

Die Stimmung kann bis heute nicht an vergangene Tage anschließen und auch scheint kaum etwas so zu sein wie vor dem 22.05.2011.
Die Szene war gezwungen eindeutige Botschaften an den Verein zu senden, dass diese mitunter oft Missverstanden wurden liegt wohl leider in der Natur der Sache.
Nervig auch die ständige mediale Verzerrung der Situation, Berichterstattungen in einer Art und Weise die selbst für eine Bananenrepublik als beschämend zu erachten wären. Selbst eine Rapid-Legende wird nicht müde stets aufs Neue in den Medien zu betonen, dass wir Fans uns nicht angemessen verhalten.
Klingt Alles irgendwie deprimierend, doch sollten wir dabei nicht den Silberstreif am Horizont aus den Augen verlieren.

Wie war das noch einmal? Jeder dahergelaufene Tastenschinder der den Sprung aus der Gosse direkt zu einer der „Tageszeitungen“ in diesem Lande geschafft hat, besteht seit Saisonbeginn darauf, dass wir uns falsch verhalten, es in Wahrheit einer Zumutung gleich kommt, dass wir nicht mit dem gleichen Enthusiasmus Support betreiben wie in den vergangenen Jahren. Unser Trainer höchstpersönlich meint, dass ob mangelnder Stimmung wohl einige Punkte verloren gegangen sind. Nimmt man all diese Aussagen und liest zwischen den Zeilen, dann ist die Botschaft wohl eindeutig:

Rapid besteht nicht nur aus der Mannschaft, dem Trainerstab und der Vereinsführung – sondern eben auch aus seinen Fans und offensichtlich läuft das Uhrwerk ohne uns nicht wie gewünscht!

Eine Erkenntnis der man als Fanszene wohl einiges abgewinnen sollte.
Diese Einsicht wirft natürlich wieder neue Fragen auf.
Soll man den Protest weiterführen wie bisher oder die Pause für ein Umdenken nützen.
Außer Frage steht das Fortführen der öffentlichen Kritik an den willkürlichen Repressionsmechanismen von Politik und Exekutive, wie auch an den verleumderischen und offensichtlich vorsätzlichen Falschinformationen die aus der österreichischen Medienlandschaft (besonders ORF, SKY Österreich, Österreich, Krone, Kurier, Standard, teilweise Presse und gern auch Heute) regelmäßig unters Volk getragen werden.
Will man diese Missstände nicht nur kritisieren sondern auch aktiv aufzeigen und somit auch Leuten zugänglich machen die sich wenig mit der Fanszene oder generell mit Rapid beschäftigen, so kommt man wahrscheinlich nicht um ein Mehr an aktiver Kommunikation herum, auch wenn Rückschläge und Enttäuschungen dabei vorprogrammiert sind. Man kann mit der Fanszene in der Öffentlichkeit nur deshalb so umspringen wie es derzeit geschieht, weil die Öffentlichkeit kaum Kenntnisse von Fanszenen besitzt und sich logischerweise an den Informationen orientier die von schon erwähnten Medien zur Verfügung gestellt werden. Will man mehr Anerkennung und Akzeptanz für seine Sache muss man das dafür notwendige Wissen auch zur Verfügung stellen, ansonsten gilt „Wer nichts weiß, muss alles glauben!“ (Science Busters).

Übersehen wir aber nicht die kleinen, aber ebenso notwendigen, Lichtblicke die uns von Seiten des Vereins zugetragen werden. In die Stadiondiskussion kommt wohl endlich Bewegung, das Stadion soll hier jetzt auch als einziges Beispiel herhalten. So wollten wir das auch. Man sollte also durchaus nicht übersehen wenn sich Änderungen abzeichnen die von uns auch gewünscht sind (eine kritische Beobachtung der Vereinsführung muss deshalb nicht aufgegeben werden).
Rapid ist und bleibt ein Fußballverein und die Spieler seine Akteure. Wenn unsere Spieler vielleicht nicht viel gezeigt haben in diesem Herbst, so zumindest dass sie Willens sind und sich bemühen und vielleicht können der ein oder andere Punkt im Jahr 2012 erobert werden wenn sich die Szene im Stadion, genauer gesagt während den Spielen, auf alte Stärken besinnt und unseren Spielern so hilft von einer normalen Mannschaft wieder zu einem Rapid-Team zu werden.

Kritik genau dort ansetzten wo sie berechtigt ist (und dann auch mit aller Konsequenz), den persönlichen Stolz hin und wieder aber in den Hintergrund treten lassen und dem Wohl des Ganzen den Vortritt überlassen.

Jetzt wird (nicht beabsichtigt) nach Außen hin ein „Halb-Halb“Eindruck vermittelt, etwas womit wohl niemand wirklich zufrieden ist.

In diesem Sinne


HIP HIP HURRA

                 RAPID

 
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